Shoppingpause

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Sabbatjahr und Shoppinpause

ÜberlegungenPosted by Martin Benz Sun, August 30, 2015 10:35:11
Vor einigen Tagen bin ich wieder einmal auf den Text über das Sabbatjahr im alten Testament gestoßen. Ähnlich wie der Text über das Erlassjahr stellen diese beiden besondere Jahre ein ganz wichtiges Prinzip göttlicher Gerechtigkeit dar.
Das Erlassjahr will alle 50 Jahre soziale Gerechtigkeit im Land herstellen. Menschen werden aus der Schuldsklaverei befreit, bekommen ihre Ländereien zurück, ihren Familienbesitz, den sie vielleicht durch eine große Not verpfänden mussten.


Beim Sabbatjahr wird der Natur und den Feldern Ruhe gegönnt, so wie sich Gott nach der Schöpfung Ruhe gönnt und so wie die Menschen sich alle sieben Tage erholen können. So ist das Sabbatjahr ist in der Tora ein Ruhejahr für das Ackerland. Nach 6 Jahren Bebauung wird das Land – in Analogie zum Sabbat als Ruhetag – ein Jahr brach liegen gelassen (Ex 23,10-11; Lev 25,1-7):

„10 Sechs Jahre kannst du in deinem Land säen und die Ernte einbringen; 11 im siebten sollst du es brach liegen lassen und nicht bestellen. Die Armen in deinem Volk sollen davon essen, den Rest mögen die Tiere des Feldes fressen. Das Gleiche sollst du mit deinem Weinberg und deinen Ölbäumen tun.“

– Exodus 23, 10-11

Weitergehend gibt es im Deuteronomium die Bestimmung, im Sabbatjahr die Schulden zu streichen und die Sklaven freizulassen:

„1 In jedem siebten Jahr sollst du die Ackerbrache einhalten. 2 Und so lautet eine Bestimmung für die Brache: Jeder Gläubiger soll den Teil seines Vermögens, den er einem andern unter Personalhaftung als Darlehen gegeben hat, brachliegen lassen. Er soll gegen den andern, falls dieser sein Bruder ist, nicht mit Zwang vorgehen; denn er hat die Brache für den Herrn verkündet.“

– Deuteronomium 15, 1-2

Das Sabbatjahr wird als eine Erweiterung des Grundgedankens des Sabbatgebots angesehen, dessen Sinn ist, nicht das Letzte herauszuholen - aus den Ressourcen der Erde nicht, aus dem Kapital nicht, aus der Arbeitskraft der Anderen nicht und aus der eigenen auch nicht. (aus Jürgen Ebach: Arbeit und Ruhe., in: Wolfgang Kraus; Bernd Schröder (Hrsg.): Kulturelle Grundlagen Europas: Grundbegriffe. Lit, Berlin 2012)

Die große Frage ist nun, ob man nicht analog zu dem Sabbatjahr der Ernte auch ein Sabbatjahr des Einkaufens einführen müsste?

Mindestens alle sieben Jahre lege ich ein Jahr lang eine Shoppingspause ein, so wie alle sieben Jahre ein Jahr lang die Äcker brachliegen mussten.

Ich lasse mir an dem genügen, was ich bis dahin angeschafft habe, so wie der Bauer sich an dem genügen lässt, was er in den Jahren zuvor an Ernte eingebracht hat.
Der Bauer erlebt im Sabbatjahr grosse Dankbarkeit für die bisherige Fruchtbarkeit seiner Felder und der Shopper erlebt Dankbarkeit für alles, was er hat und sich bereits leisten konnte. und erst recht entsteht Freude auf die neue Möglichkeit der Ernte und des Einkaufs ein Jahr später.
Vielleicht wäre das ein interessanter Rhythmus für regelmässige Shoppingpausen!



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